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Daytrading

Das Day Trading ist eine sehr aktive Art des Handelns, wobei der Anleger versucht, an kurzfristigen Kursschwankungen während eines Börsentages zu partizipieren. Kennzeichnend für das Day Trading ist das taggleiche Eröffnen und Schließen einer Position. Der Börsenhändler setzt sich somit nicht dem Risiko aus, eine Position über Nacht halten zu müssen. Stattdessen ist jeder Trade nur auf Minuten oder wenige Stunden ausgelegt. Für eine reibungslose Positionsführung sind liquide Märkte notwendig.

Geeignete Basiswerte für das Day Trading

Für das Day Trading eignen sich besonders liquide Basiswerte. Dementsprechend kommen AktienDevisenhandel, Rohstoffe, Kryptowährungen oder Futures bzw. Derivate als Anlageprodukte in Frage. Insbesondere CFDs und andere Hebelprodukte auf dem Forex Markt werden von den Day Tradern sehr häufig benutzt. Sie ermöglichen es, mit niedrigem Kapitaleinsatz hohe Beträge an den Märkten zu bewegen, wodurch wiederum kleinste Kursschwankungen profitabel handelbar werden.

Zeitlicher Anlagehorizont

Ein Trade ist spekulativ und meistens auf einen kurzen Zeitraum ausgelegt. Je nachdem, wie viel Zeit zwischen dem Kauf und dem Verkauf einer Position liegt, lässt sich ein Trade verschiedenen Handelsstilen zuordnen.

Handelsstil

Anlagehorizont

Haltedauer

Position Trading

Langfristig

Monate bis Jahre

Swing Trading

Kurzfristig

Tage bis Wochen

Day Trading

Kurzfristig

Lediglich 1 Tag – Keine Positionen über Nacht

Scalp Trading

Sehr kurzfristig

Sekunden bis Minuten – Keine Positionen über Nacht

Position Trading

Der Positionshandel stellt den längsten Haltehorizont eines Trades dar. So liegen zwischen dem Kauf und Verkauf eines Wertpapiers in der Regel Monate oder sogar Jahre. Um geeignete Basiswerte für diesen Handelsstil zu finden, können Positionshändler die technische und fundamentale Analyse kombinieren. Demnach werden neben Quartalsberichten oder anderen fundamentalen Nachrichten häufig wöchentliche oder monatliche Trading Charts betrachtet. Kurzfristige Preisschwankungen sind normalerweise irrelevant und bleiben unbeachtet. Im Fokus stehen längerfristige Trendbewegungen.

Swing Trading

Beim Swing Trading werden Positionen für wenige Tage bis zu einigen Wochen gehalten. Häufig wird dabei ein Trade in die vorherrschende Marktrichtung eröffnet. Der so entstehende Trendfolgeansatz zielt auf die günstige Positionseröffnung in einer Welle bzw. einem Schwung ab. Daraus ergibt sich auch der Name des Swing Tradings. Die Anleger sind bei diesem Handelsansatz auch bereit, eine zeitweilige Korrekturbewegung auszusitzen.

Das Swing Trading basiert auf der Identifizierung von Schwankungen in Basiswerten, die über einen Zeitraum von Tagen stattfinden. Hierbei werden häufig Tages- und Stundencharts für die Positionsführung betrachtet. Der große Vorteil gegenüber dem Day Trading ist der geringere Zeitaufwand.

Day Trading

Im Gegensatz zu Positions- und Swing-Tradern hält ein Day Trader keine Position über Nacht. Alle Trades werden bis zum Ende der Handelssitzung mit einem Take Profit, Stop-Loss oder einer zeitlichen Begrenzung geschlossen. Der Daytrader handelt normalerweise in kurzen Zeiteinheiten, oft kleiner als Stundencharts. Als Ausgangsbasis für Handelsentscheidungen wird in der Regel die technische Analyse verwendet. Darauf aufbauend werden potenzielle Kursschwankungen für den Handelstag sowie geeignete Ziel- und Verlustbegrenzungsmarken ermittelt. Hierbei ist eine große Abweichung vom Einstiegskurs eher die Ausnahme. Stattdessen vertritt der Daytrader die Überzeugung, dass es leichter ist, viele kleine Gewinne zu realisieren, als eine große Bewegung zu handeln. Neben den klassischen Kerzencharts benutzen Daytrader oft auch Tick- und Volumenintervalle.

Wer sollte diesen Handelsstil verwenden?

Neben institutionellen Akteuren sind auch viele Privatanleger an den Kapitalmärkten als Day Trader aktiv. Hierbei ist es erforderlich, sich exakt an ein zuvor aufgestelltes und getestetes Handelssystem zu halten. Sofern Programmierkenntnisse vorhanden sind, bietet sich die Automatisierung der Strategie mit einem Handelssystem an.

Das Day Trading sollte nicht unterschätzt werden. Es ist ein hohes Maß an Disziplin und ein konsequentes Positionsmanagement erforderlich. Schließlich muss ein offener Trade permanent überwacht werden, um bei einer unvorhergesehenen Kursbewegung sofort reagieren zu können.

 

Scalp Trading

Das Scalp Trading oder auch Scalping ist eine aktivere Form des Day Tradings. Kennzeichnend hierfür ist die schnelle Positionsschließung, welche bereits innerhalb von Sekunden oder mehreren Minuten nach der Positionseröffnung erfolgt. Werden Positionen länger gehalten, wird im Allgemeinen nicht mehr vom Scalping gesprochen. Das Ziel dieser Strategie ist es, durch möglichst präzises und schnelles Timing einen Gewinn zu realisieren.

Aufgrund des sehr kurzen Anlagehorizontes sind seine Gewinne meist relativ klein und es bedarf vieler Transaktionen. Um mit dieser Strategie erfolgreich zu sein, muss der Scalper über ein hohes Maß an Disziplin verfügen, weil ein einziger Trade den Gewinn des ganzen Tages oder Monats vernichten kann. Hinzu kommt, dass er auf Level 2 Daten des Orderbuchs angewiesen ist. Diese zeigen die Markttiefe an.

Es werden oft höhere Positionsgrößen gehandelt, um auch kleinste Kursschwankungen profitabel handeln zu können. Das Ziel und die Beschreibung eines Scalper sind denen eines Market Makers ziemlich ähnlich.

Die Entwicklung einer Scalp Trading Strategie

Der Fokus der Anleger liegt dabei auf den kleineren Zeitintervalldiagrammen, z. B. die Kerzen mit einer Minute und fünf Minuten. Die Filterung potenzieller Signale wird dabei oftmals Sierch Momentum-Indikatoren wie die stochastische MACD (Moving Average Convergence Divergence) und relative Stärke (RSI) unterstützt. Hinzu kommen Preisindikatoren wie gleitende Durchschnitte, Bollinger Bänder und Pivot-Punkte, welche als Bezugspunkt für charttechnische Unterstützungen und Widerstände verwendet werden.

Wer sollte diesen Handelsstil verwenden?

Aufgrund der Komplexität und der vielen zu beachten Kriterien sollten nur Profis und erfahrene Börsenhändler diesen Handelsstil praktizieren. Zu groß sind die potenziellen Verluste, welche unerfahrenen Privatanlegern auf lange Sicht wegen des fehlenden Wissens entstehen könnten.

Scalper sollten zudem ein hohes Maß an Selbstdisziplin mitbringen, welches Sie an ihren Strategien festhalten lässt. Bezogen auf das Positionsmanagement bedeutet dies, dass ein zu weit vom Einstieg entfernter Stop die gesamten Tagesgewinne kosten könnte. Oftmals wird deshalb die Bracket-Order genutzt, die für die Limit- und die Stop-Order denselben Abstand zum Einstiegskurs aufweist und somit ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1:1 für den Trade bietet.

 

Strategien für Day Trader

Positionierung an markanten Kursen

Generell orientieren sich Day Trader sehr stark an dem Chartbild des Basiswerts. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf Chartformationen, Unterstützungen und Widerstände gelegt. Sogenannte Pivot-Punkte bieten sich an, um auf eine Gegenbewegung zu spekulieren. Sie stellen oftmals markante Hochs oder Tiefs dar. Sobald gewisse Formationen oder Kursmarken ausfindig gemacht wurden, kann sich der Day Trader für einen Trade bereit machen.

Die Widerstände werden in diesem Fall als Verkaufskurse und die Unterstützungen als Kaufkurse interpretiert. Erreicht der Basiswert das Tageshoch, so kann der Trader eine Shortposition einnehmen und diese schließen, wenn ein Turnaround im Chart stattgefunden hat. Die Strategie überzeugt durch ein simples Risikomanagement, weil der Stop-Loss in dem Beispiel knapp oberhalb des Tageshochs platziert werden könnte. Somit würde die Position bei einem Ausbruch sehr schnell mit einem minimalen Kursverlust geschlossen werden.

Momentum Trading

Viele Day Trader betrachten auch das Momentum eines Basiswerts. Je stärker der Drang des Wertpapiers in eine Richtung ist, desto größere Kursbewegungen könnten in die Trendrichtung folgen. Es ist irrelevant, ob die Kursbewegungen dabei positiv oder negativ sind. Um einen geeigneten Zeitpunkt für die Gewinnrealisierung zu finden, schaut der Trader ins Orderbuch des jeweiligen Handelsplatzes. Einen genauen Einblick in die Markttiefe liefern die Level 2 Marktdaten. Die sogenannte Markttiefe hilft dem Anleger, Kursmarken zu finden, wo große Handelsvolumen im Orderbuch platziert wurden. Der Anleger kann diese Kursmarken dann gezielt nutzen, um die eigene Position im Gewinn zu schließen.

News-Trading

Eine weitere sehr verbreitete Handelsstrategie gründet Transaktionsentscheidungen auf Basis von Neuigkeiten. Neuigkeiten bieten dabei beiden Anlegergruppen Chancen, sowohl kurzfristigen Tradern, als auch langfristig orientierten Investoren. Bei den zu verwendenden Neuigkeiten haben Anleger eine breite Palette an Möglichkeiten. Hierzu ist es erforderlich, den Begriff der Neuigkeiten in wiederkehrende und einmalige Ereignisse zu unterteilen.

Um periodische oder wiederkehrende Nachrichten handelt es sich, wenn Sie in regelmäßigen Abständen veröffentlicht werden. Beispielsweise Zinsankündigungen der Notenbanken, Konjunkturdaten und Quartalsberichte.

Unerwartete oder einmalige Geschehnisse stellen eine Ausnahmesituation dar. Zu dieser Kategorie gehören unter anderem Terroranschläge, plötzliche geopolitische Unruhen sowie abrupte Marktentwicklungen auf wirtschaftlicher oder finanzieller Ebene, wie die Gefahr eines Schuldenausfalls durch ein verschuldetes Land.

Vorteile des Day Tradings

Zu den großen Vorteilen des Day Tradings zählt, dass es auf jede Aktion sofort eine Reaktion des Marktes gibt. Ein Day Trader hat somit das Potenzial, erhebliche Gewinne zu erzielen. Hierzu ist allerdings eine funktionierende Strategie, Entschlossenheit, Disziplin und Fleiß erforderlich. Nur wer diese Herausforderungen meistert, kann langfristig ein erfolgreicher Day Trader werden.

Als Day Trader hat man keinen Vorgesetzten und ist sein eigener Chef. Mit dieser Freiheit ist es möglich, seinen Arbeitstag frei zu gestalten. Gleichzeitig kommt Spannung in den Alltag, weil man sich täglich mit anderen Marktteilnehmern messen kann. Zudem ist auch keine teure Ausbildung erforderlich.

Sofern Sie eine selbständige Karriere als Day Trader planen, können außerdem steuerliche Aufwendungen abgeschrieben werden, die nicht von einem Beschäftigten geltend gemacht werden können. Allerdings sollte der Schritt in die Selbständigkeit wohl bedacht und durch realisierte Erfolge auf längerfristige Sicht bestätigt werden. Andernfalls erscheint ein solches Unterfangen als zu risikoreich.

 

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